Ein halbes Jahr…

… ohne täglich seine Zeit verkaufen zu müssen, ohne morgentlichen Wecker, genug Zeit fuer ein Fruehstueck, die Zeitung, ausgiebige Spaziergänge, ein Nickerchen, Freunde treffen, sein Leben aufräumen, Entscheidungen mit Bedacht zutreffen … und plötzlich mit erstaunen feststellen, dass schon der 1.November ist und 6 Monate vergangen sind! Anderseits, die Zeit ist nun reif bald wieder ins ‘normale’ Leben einzutauchen, die ‘Grosse Ferien Liste” ist zufriedenstellend abgearbeitet… es war ja schon vorher abzusehen, dass es noch zu viele Länder zu bereisen und Dinge zu tun gibt, aber es wäre ja erschreckend, wenn man nach einen halben Jahr all seine Träume verwirklicht hätte und von da an nur noch ziel- und motivationslos dahinlebt.

Bali

Es gibt wenige Orte in Asien zu denen ich mich so hingezogen fuehle wie zu Bali. Und so bin jetzt schon das vierte Mal hier, jedesmal in einem anderen Ort, wenn auch diesmal das erste Mal ohne Begleitung. Schon nach ein paar Stunden war mir klar, dass es eine gute Entscheidung war die letzte Woche vor dem hektischen Bangkok und Shanghai hier zu verbringen. Ich bin sicher kein spiritueller Mensch, doch Bali strahlt diese unglaubliche Ruhe, Freundlichkeit und Gastfreundschaft aus, die einen in kuerzester Zeit in einen meditativen Zustand versetzt … ein, zwei Bintang Bier am Strand beschleunigen den Zustand. Auch bin ich nach Aufgaben meines Zimmers in Singapore nun wirklich frei. Falls es jemandes interessiert: ein Flug von Singapore nach Bali kostet mit KLM offiziell im Internet gebucht nur 135€ ! Die ersten fotografischen Eindrücke … Mir ist übrigens gerade aufgefallen, dass ich meine offizielle Foto-Gallerie im Moment nicht von meinem Laptop bearbeiten kann. Damit muss das neue Kapitel ‘Bali’ also bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland warten, denn dort steht mein iMac mit der Datenbank.

Über’s Kofferpacken und die Suche nach der Anti-Gravitation

Zwei Koffer klingen vielleicht mehr als genug, wenn man daraus 5 Wochen leben muss, doch es ist zu bedenken, dass davon mehr als die Hälfte des Gewichts Fotoausrüstung, wichtige Dokumente, Bücher, Laptop und sonstige persönliche Dinge ausmachen. Kämpfe gerade wirklich um jedes Gramm und habe schon sehr viel weggeworfen und versuche das Thema logistisch auf die Reihe zu bekommen (Einlagerung bei Freunden und am Flughafen). Morgen Vormittag muss ich aus meinem Zimmer in Singapore ausziehen und lebe dann bis zu meiner Ankunft in Deutschland am 16.November nur noch in Hotels. Freue mich u.a. schon auf den Fotokurs mit Yian Huang in Bangkok Anfang November. Vorher gibt es noch ein paar Fotos von meinem heutigen Spaziergang durch Singapore (alter Bahnhof, der bald verschwinden wird und Impressionen auf Sentosa).

Reisepläne

Im Vergleich zu Europa, wo eine Reise eher durch Streiks der Bahn oder des Bodenpersonals behindert werden können, ist man in Asien mit ernsthafteren Ereignissen konfrontiert. So wollte ich in der Vergangenheit schon mehrmals Myanmar (Burma) besuchen, doch jedesmal kommt etwas dazwischen. Vor ein paar Jahren waren es erst der Aufstand der Mönche gegen die Militärregierung und später dann ein Tsunami. Mein letzter Versuch vor ein paar Wochen ist nun daran gescheitert, dass Anfang November Wahlen in Myanmar stattfinden und es da nicht ratsam ist, insbesondere mit grosser Kamera einzureisen (Handys sind übrigens sowieso verboten). Letzte Woche hat es jetzt zudem noch einen Taifun gegeben, bei dem einige Menschen ums Leben kamen. Deshalb habe ich beschlossen stattdessen meine vorerst letzte freie Zeit anderweitig zu nutzen und morgen für ein paar Tage nach Bali zu fliegen. Was mich aber beunruhig ist die Nachricht, dass der Gunung Merapi auf Java, einen der gefährlichsten Vulkane der Welt kurz vor dem Ausbruch zu stehen scheint. Sind zwar 600km bis Bali, aber dennoch. Mich ärgert es jetzt natürlich, dass ich den Tempel von Borobudur, welcher auch schon lange auf meiner Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Asien steht, nicht wie geplant vor ein paar Monaten besucht habe …. dieser befinden sich ungluecklicherweise in der Nähe des Vulkans und ist jetzt für mich erstmal off-limits. Auch habe ich gerade gelesen, dass man in Bangkok, wo ich Anfang November nochmals hinreisen werde eine Überschwemmung erwartet und schon viele Haushalte in Sicherheit gebracht wurden. Was in diesem Zusammenhang natürlich eindeutig wichtiger ist, als ob ich jetzt die eine oder andere Touristenattraktion sehe oder nicht ist die Erkenntnis, mit welchen Naturgewalten und sozialen Problemen sich die Menschen hier in Asien ständig auseinandersetzen müssen. Da wird einem wieder bewusst, wie sicher es in Europa ist… mal von Isländischen Vulkanen abgesehen. Meine Reiseplaene fuer die naechsten, letzten 3 Wochen in Asien sind: Bali – Singapore – Bangkok – Shanghai – Singapore – Muenchen

Die (fast) letzten Singapore Fotos

Nachdem seit Tagen jener besagter Dunst über der Stadt liegt, war meine Fotolaune nicht so gross ( Ja, man kann auch bei Nebel gute Fotos machen, aber ich hatte einfach keine Lust ) So hab ich mein Projekt, nochmals durch die Stadt zu laufen und Eindrücke zu sammeln erstmal abgebrochen. Die Fotos von letzter Woche, also noch mein blauem Himmel, will ich Euch aber nicht vorenthalten.

Eilmeldung: erster Weihnachtsbaum in Singapore gesichtet!

Es ist doch unglaublich: Gerade mal Mitte Oktober und da stehe ich im Vivocity Einkaufszentrum vor dem ersten, volldekorierten Weihnachtsbau! Und kein kleiner, sondern sicher 10m hoch. Ja prima, damit ist sichergestellt, dass der Konsum auch ja nicht nach Super-Summer-Sale, Formel1 und Depavali einbricht… Das verdirbt mir doch fast die Vorfreude, dass ich nach 9 Jahren mal wieder Weihnachten in Deutschland verbringen werde. Ach was wissen die Asiaten denn schon von Christkindlmawrkten, Gluehwein, Tannengeruch und … Schnee!

Brennende Wälder und Dunst über Singapore


Dunst über Singapore (Click zum Vergrößern)

Nach ein paar wirklich schönen Tagen haben wir in Singapore seit gestern einen extremen Dunst in der Stadt. Wer hingegen Chinesische Städte wie Shanghai kennt, würde von einem ganz normalen Tag sprechen, doch in Singapore entsteht dieser Effekt nicht durch qualmende Fabriken und Autoabgase, sondern die brennenden Wälder in Sumatra. Dort fackeln Bauern und auch andere böse Buben gerade wieder die Regenwälder ab um Acker- bzw Bauland zu gewinnen. Laut Zeitung zählt man auf Satellitenfotos gerade über 200 Hotspots. Wenn dann der Wind ungünstig steht, nebelt das Singapore ein. Verglichen mit China ist das eher harmlos, aber passt halt ganz und gar nicht zu der Sauberstadt. Ich erwarte, dass sich Singapore also bald mal wieder in Indonesien beschweren wird, hoffe aber, dass sie von der letzten Diskussion was gelernt haben. Vor ca. 2 Jahren ist das nämlich eskaliert, als Singapore mit Handelsbarrieren gedroht hat, wenn man nicht sofort die Umweltzerstörung in Sumatra stoppt. Ein Argument war, dass die Brandrodung schwerwiegende Folgen auf die Landerosion hat. Der Schuss ging leider nach hinten los, denn die Indonesische Regierung konterte, dass die grösste Erosion durch den Abbau von Sand und Steinen entsteht, der für die Bauindustrie nach Singapore verschifft wird … und verbot sogleich den Ausfuhr von Sand und Steinen. Da brachte die Bauindustrie in Singapore fast zum erliegen.

Vom Leben ins Asien