VisitChina.de Tagebucheintrag Tibetreise 2: Shigatse

Am Vormittag besuchen wir Tashilhunpo (Segensberg), den Sitz des Panchen Lama (der als Inkarnation des Buddha Amitabha gilt). Das Kloster (15.Jh.) gehört neben Sera, Drepung und Ganden nicht nur zu den wichtigsten Gelbmützenklöstern Zentraltibets, sondern auch zu den schönsten Anlagen des Landes. Rot ist die vorherrschende Farbe der aus zahlreichen Gebäuden bestehenden Klosterstadt. Vor den höheren Bauten mit goldleuchtenden Dächern liegen die niedrigeren, weißen Wohnhäuser der etwa 620 Mönche, die heute im Kloster leben. Ein Rundweg, an dem Gebetsmühlen, Reliefinschriften und kleine Schreine zu finden sind, führt um das Kloster, das von Pilgern im Uhrzeigersinn umwandelt wird. Heute ist Buddhas Geburtstag und so stroemen zum Saga Dava Fest zehntausende Pilger in die Kloester. Die vielen markanten Gesichter und Trachten sind natuerlich eine wahre Freude fuer jeden Fotografen und man hat das Gefuehl ganz Tibet ist hier versammelt. Leider mussten wir feststellen dass sich die Tibeter in Bezug auf das ruecksichtlose Draengel nicht viel von den Chinesen unterscheiden und manchmal scheint das Pilgern eher eine sportliche Verantstaltung zu sein, in der es gilt moeglichst schnell seine Kora zu erledigen und die bedeutsamen,heiligen Staetten abzuhaken…. ist mein subjektiver Eindruck… wirklich schade, denn gerade Gestern war bei dem Besuchen des Klosters in Gyantse und Shalu sehr eindrucksvoll die aktive Buddhistische Tradition zu spueren gewesen. Hoffe wirklich die Identitaet Tibets geht nicht verloren – auch wenn die Chinesen hier gerne ein touristisches Disney-World errichten wuerden. Traurig ist in diesem Zusammenhaung auch, wie nachlaessig mit den alten Buechern umgegangen wird, die ungeschuetzt in den Kapellen liegen. Spaeter am Nachmittag laufen wird dann noch die Kora, welche von bettelnden Menschen gesaeumt ist. Der Gang wird also zum Spiessrutenlauf und erst gegen Ende koennen wir somit die Aussicht auf die Stadt und die Burg geniessen. Von dem einst massiven Dzong (Burg) auf einem Hügel über der Stadt sind heute nur noch die Grundmauern vorhanden.

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