VisitChina.de Tagebucheintrag Tibetreise 2: Shigatse

Am Morgen besuchen wir die zentralen, begehbaren Stupa in der Klosteranlage Palkhor Chöde von Gyantse. Zwei Augen unter dem goldenen Dach grüßen die Besucher. Wegen seiner kunstvollen Ausstattung gilt der Kumbum (15.Jh.), bekannt als Stupa der 100.000 Buddhas, als eine der schönsten Sakralbauten von ganz Tibet. Spaeter auf unserem Weg nach Shigatse machen wir einen Abstecher zum Kloster Shalu, das 1040 von Chetsün Sherat Jungna angeblich an der Stelle errichtet wurde, an der sich ein von seinem Meister abgeschossener Pfeil in den Boden bohrte. Die geschwungenen Pagodendächer mit blaugrünen Glasurziegeln zeigen unverkennbar mongolisch-chinesischen Einfluss, denn 1333 wurde Shalu auf Befehl des Yuan-Kaisers neu aufgebaut. In dieser Zeit wurde auch Buton Rinchen Drub (1290-1364), einer der großen tibetischen Schriftgelehrten, Abt von Shalu. Im Umwandlungskorridor um den Dukhang befinden sich einzigartige Wandgemälde, die zu den ältesten und schönsten des Landes zählen. (Dukhang, tib. Versammlungshalle, bezeichnet den meist zentral gelegenen Hauptgebetsraum lamaistischer Klöster). Bekannt wurde Shalu auch als Ausbildungszentrum von Tranceläufern. Von Alexandra David-Neel stammt der einzige Augenzeugenbericht „…der Lama lief nicht. Er hob sich scheinbar bei jedem Schritt von der Erde und flog wie eine elastische Kugel sprungweise in die Höhe.“ („Heilige und Hexer“). – In Shigatse (ca. 3.900 m), der zweitgrößten Stadt Tibets, einst Hauptstadt der westtibetischen Provinz Tsang, übernachten wir heute und morgen in einem Hotel.

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