VisitChina.de Tagebucheintrag Tibetreise 2: Tsurphu

Morgens … hat’s wiedermal geschneit, aber diesmal richtig viel. Bewundere ja die Yak-Treiber welche einfach unter Ihren Yakdecken ohne Zelt draussen schlafen und morgens plotzlich um das Lagerfeuer unter der Schneedecke auftauchen. Ich persoenlich habe trotz der grossen Hoehe von 5126m sehr gut geschlafen … war auch entsprechend geschafft vom Trekking. Die bisherigen Erfahrungen mit meinem ‘neuen’ Chinesischen Schlafsack sind Temperaturmaessig sehr gut, aber er ist auch verglichen mit meinem alten Kunstfasersack sehr feuchtempfindlich. Geht man davon aus, dass der Koerper in der Nacht bis zu einem Liter Feuchtigkeit abgibt und sich zusaetzlich immer das Kondenswasser von den Zeltwaenden einfaengt, muss man sich bei laengeren Reisen wirklich um die Trocknung kuemmern. Zum Glueck beschleunigt die trockene Luft und der Wind hier in Tibet die Trocknung, sobald mn den Schlafsack mal nachmittags kurz ueber das Zelt haengt. Habe bisher auch ganz vergessen zu erzaehlen, dass wir morgens von der Crew immer den Wakeup-Tee und eine Schuessel warmen Wassers zum Waschen vors Zelt gebracht bekamen – super Service. Sind dann durch den Schnee Richtung Tal loszogen – die Sonne kam raus und wir mussten beim Gehen etwas aufpassen, weil der dortige Fluss unter dem Schnee nicht zu sehen war, es aber schnee taute. Sind schon um 12:30 im Garten des Klosters Tsurphu angekommen und haben dort unter den Baeumen das letzte Mal unsere Zelte aufgeschlagen. Nachmittags Besichtigung des Klosters Tsurphu. Das Stammkloster der Karma Kagyüpa- Schule ist der ehemalige Wohnsitz seiner Heiligkeit, des 17. Karmapa Urgyen Thinley Dorje, der zugleich das Oberhaupt dieses Ordens ist. Gegründet wurde Tsurphu 1189 von Düsum Khyenpa, dem ersten Karmapa, einem Schüler von Gampopa. Er führte die Nachfolge durch Reinkarnation in Tibet ein, indem er verkündete, dass er wieder geboren werde und Hinweise für die Auffindung des zweiten Karmapas gab. Im Unterschied beispielsweise zu den Gelbmützen (Gelugpa) sind die Karmapas die Schwarzhutträger. Während der Kulturrevolution völlig zerstört, wurde das Kloster seit 1984 kontinuierlich wieder aufgebaut. In den einzelnen Tempeln befinden sich Statuen der verschiedenen Karmapas . Im 1. Stock des Hauptgebäudes liegt die Empfangshalle des 17. Karmapas. Der 16. Karmapa Rigpe Dorje (1924- 1981) musste 1958 vor der chinesischen Invasion nach Sikkim fliehen und ließ dort nach dem Vorbild von Tsurphu die Klosteranlage Rumtek errichten. Er unternahm viele Reisen nach Europa und Amerika und war maßgeblich an der Verbreitung des tibetischen Buddhismus im Westen beteiligt. Wir sind dann spaeter noch in die ‘Klosterschaenke’ um uns nach unserem Trekking mal ein Bierchen zu goennen. Abends haben wir dann die Trekkingmannschaft noch mit einer kleinen Feier verabschiedet.

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