Bali

Es gibt wenige Orte in Asien zu denen ich mich so hingezogen fuehle wie zu Bali. Und so bin jetzt schon das vierte Mal hier, jedesmal in einem anderen Ort, wenn auch diesmal das erste Mal ohne Begleitung. Schon nach ein paar Stunden war mir klar, dass es eine gute Entscheidung war die letzte Woche vor dem hektischen Bangkok und Shanghai hier zu verbringen. Ich bin sicher kein spiritueller Mensch, doch Bali strahlt diese unglaubliche Ruhe, Freundlichkeit und Gastfreundschaft aus, die einen in kuerzester Zeit in einen meditativen Zustand versetzt … ein, zwei Bintang Bier am Strand beschleunigen den Zustand. Auch bin ich nach Aufgaben meines Zimmers in Singapore nun wirklich frei. Falls es jemandes interessiert: ein Flug von Singapore nach Bali kostet mit KLM offiziell im Internet gebucht nur 135€ ! Die ersten fotografischen Eindrücke … Mir ist übrigens gerade aufgefallen, dass ich meine offizielle Foto-Gallerie im Moment nicht von meinem Laptop bearbeiten kann. Damit muss das neue Kapitel ‘Bali’ also bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland warten, denn dort steht mein iMac mit der Datenbank.

Über’s Kofferpacken und die Suche nach der Anti-Gravitation

Zwei Koffer klingen vielleicht mehr als genug, wenn man daraus 5 Wochen leben muss, doch es ist zu bedenken, dass davon mehr als die Hälfte des Gewichts Fotoausrüstung, wichtige Dokumente, Bücher, Laptop und sonstige persönliche Dinge ausmachen. Kämpfe gerade wirklich um jedes Gramm und habe schon sehr viel weggeworfen und versuche das Thema logistisch auf die Reihe zu bekommen (Einlagerung bei Freunden und am Flughafen). Morgen Vormittag muss ich aus meinem Zimmer in Singapore ausziehen und lebe dann bis zu meiner Ankunft in Deutschland am 16.November nur noch in Hotels. Freue mich u.a. schon auf den Fotokurs mit Yian Huang in Bangkok Anfang November. Vorher gibt es noch ein paar Fotos von meinem heutigen Spaziergang durch Singapore (alter Bahnhof, der bald verschwinden wird und Impressionen auf Sentosa).

Reisepläne

Im Vergleich zu Europa, wo eine Reise eher durch Streiks der Bahn oder des Bodenpersonals behindert werden können, ist man in Asien mit ernsthafteren Ereignissen konfrontiert. So wollte ich in der Vergangenheit schon mehrmals Myanmar (Burma) besuchen, doch jedesmal kommt etwas dazwischen. Vor ein paar Jahren waren es erst der Aufstand der Mönche gegen die Militärregierung und später dann ein Tsunami. Mein letzter Versuch vor ein paar Wochen ist nun daran gescheitert, dass Anfang November Wahlen in Myanmar stattfinden und es da nicht ratsam ist, insbesondere mit grosser Kamera einzureisen (Handys sind übrigens sowieso verboten). Letzte Woche hat es jetzt zudem noch einen Taifun gegeben, bei dem einige Menschen ums Leben kamen. Deshalb habe ich beschlossen stattdessen meine vorerst letzte freie Zeit anderweitig zu nutzen und morgen für ein paar Tage nach Bali zu fliegen. Was mich aber beunruhig ist die Nachricht, dass der Gunung Merapi auf Java, einen der gefährlichsten Vulkane der Welt kurz vor dem Ausbruch zu stehen scheint. Sind zwar 600km bis Bali, aber dennoch. Mich ärgert es jetzt natürlich, dass ich den Tempel von Borobudur, welcher auch schon lange auf meiner Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Asien steht, nicht wie geplant vor ein paar Monaten besucht habe …. dieser befinden sich ungluecklicherweise in der Nähe des Vulkans und ist jetzt für mich erstmal off-limits. Auch habe ich gerade gelesen, dass man in Bangkok, wo ich Anfang November nochmals hinreisen werde eine Überschwemmung erwartet und schon viele Haushalte in Sicherheit gebracht wurden. Was in diesem Zusammenhang natürlich eindeutig wichtiger ist, als ob ich jetzt die eine oder andere Touristenattraktion sehe oder nicht ist die Erkenntnis, mit welchen Naturgewalten und sozialen Problemen sich die Menschen hier in Asien ständig auseinandersetzen müssen. Da wird einem wieder bewusst, wie sicher es in Europa ist… mal von Isländischen Vulkanen abgesehen. Meine Reiseplaene fuer die naechsten, letzten 3 Wochen in Asien sind: Bali – Singapore – Bangkok – Shanghai – Singapore – Muenchen

Die (fast) letzten Singapore Fotos

Nachdem seit Tagen jener besagter Dunst über der Stadt liegt, war meine Fotolaune nicht so gross ( Ja, man kann auch bei Nebel gute Fotos machen, aber ich hatte einfach keine Lust ) So hab ich mein Projekt, nochmals durch die Stadt zu laufen und Eindrücke zu sammeln erstmal abgebrochen. Die Fotos von letzter Woche, also noch mein blauem Himmel, will ich Euch aber nicht vorenthalten.

Eilmeldung: erster Weihnachtsbaum in Singapore gesichtet!

Es ist doch unglaublich: Gerade mal Mitte Oktober und da stehe ich im Vivocity Einkaufszentrum vor dem ersten, volldekorierten Weihnachtsbau! Und kein kleiner, sondern sicher 10m hoch. Ja prima, damit ist sichergestellt, dass der Konsum auch ja nicht nach Super-Summer-Sale, Formel1 und Depavali einbricht… Das verdirbt mir doch fast die Vorfreude, dass ich nach 9 Jahren mal wieder Weihnachten in Deutschland verbringen werde. Ach was wissen die Asiaten denn schon von Christkindlmawrkten, Gluehwein, Tannengeruch und … Schnee!

Brennende Wälder und Dunst über Singapore


Dunst über Singapore (Click zum Vergrößern)

Nach ein paar wirklich schönen Tagen haben wir in Singapore seit gestern einen extremen Dunst in der Stadt. Wer hingegen Chinesische Städte wie Shanghai kennt, würde von einem ganz normalen Tag sprechen, doch in Singapore entsteht dieser Effekt nicht durch qualmende Fabriken und Autoabgase, sondern die brennenden Wälder in Sumatra. Dort fackeln Bauern und auch andere böse Buben gerade wieder die Regenwälder ab um Acker- bzw Bauland zu gewinnen. Laut Zeitung zählt man auf Satellitenfotos gerade über 200 Hotspots. Wenn dann der Wind ungünstig steht, nebelt das Singapore ein. Verglichen mit China ist das eher harmlos, aber passt halt ganz und gar nicht zu der Sauberstadt. Ich erwarte, dass sich Singapore also bald mal wieder in Indonesien beschweren wird, hoffe aber, dass sie von der letzten Diskussion was gelernt haben. Vor ca. 2 Jahren ist das nämlich eskaliert, als Singapore mit Handelsbarrieren gedroht hat, wenn man nicht sofort die Umweltzerstörung in Sumatra stoppt. Ein Argument war, dass die Brandrodung schwerwiegende Folgen auf die Landerosion hat. Der Schuss ging leider nach hinten los, denn die Indonesische Regierung konterte, dass die grösste Erosion durch den Abbau von Sand und Steinen entsteht, der für die Bauindustrie nach Singapore verschifft wird … und verbot sogleich den Ausfuhr von Sand und Steinen. Da brachte die Bauindustrie in Singapore fast zum erliegen.

96 Kisten

Soeben wurden meine Sachen für den Container nach Deutschland abgeholt und somit werde ich die nächsten 5-6 Wochen erstmal aus meinen zwei Koffern leben. Habe ja neulich schon mal geschrieben, dass es faszinierend und erschreckend zugleich ist, wieviele Dinge man im Laufe der Jahre so ansammelt. Da fällt mir immer ein Zitat des Dalai Lamas ein, der mal zu einem Reporter gesagt hat, dass er so gerne in entwickelten Ländern Window-Shopping geht, denn da sieht er all die schönen Dinge, und freut sich, dass es diese nicht benötigt. Von dieser Erleuchtung bin ich noch weit entfernt, doch bringt einem so ein Umzug und das Leben aus dem Koffer einen Schritt weiter… zumindest bis ich wieder auf die Konsummeile Orchard Road gehe. Habe mich neulich noch darüber amüsiert ( noch… später weicht das dem monatlichen Ärger, wenn ich die Miete zahlen muss ), dass ich jetzt schon wieder zwei Haushalte haben werde, denn mein neuer Job ist von meiner eigenen Wohnung ca. 200km entfernt und ich bin somit gezwungen wieder eine neue Unterkunft in Arbeitsnähe anzumieten. Wenn ich mir aber so die Packliste ansehe und mich daran erinnere wie voll meine Deutsche Wohnung jetzt eigentlich schon ist, dann ist’s vielleicht ganz gut so mehr Platz zu haben. Ich habe mir dennoch fest vorgenommen, nachdem nächstes Monat mal meine gesamten Besitztümer ein einem Ort zusammengeführt werden, endlich mal Dinge wegzuwerfen oder zu veräussern. Man möge mich daran erinnern … Auch kann ich jedem angehenden Expat nur dringend raten, so wenig wie möglich ins Ausland mitzunehmen. Es gibt einfach zu viele Gegenstände, welche ich in all den Jahren nie benötigt habe (eine Liste kann bei mir angefordert werden…) Ausserdem sind sehr viele Dinge, u.a. Kleidung und Möbel hier in Asien um einiges günstiger zu beschaffen und zudem leiden viele teure Deutsche Dinge nach ein paar Jahren im feuchten, tropische Klima dermassen stark, dass man sie besser gleich zurücklässt. Gerade eben sind mir übrigens wieder ein paar Schuhe kaputtgegangen (wieder mal die Sohle abgelösst) und dass genau, nachdem die Kisten mit den restlichen Schuhe mit dem Lastwagen in Richtung Deutschland verschwunden sind ! Bin ja mal gespannt, was ich sonst noch so vergessen habe in meine 2 Koffer zu packen, aus denen ich jetzt erstmal leben muss. Naja, dann geht ich halt wieder Einkaufen…

Was ich in Deutschland vermissen werde

Was ich in Deutschland u.a. vermissen werde, ist es spontan irgendwo am Meer ein paar Tage Urlaub zu machen… und das zu erschwinglichen Preisen. Der Trip nach Pattaya war auf alle Fälle ein Glücksfall, denn wir haben für nur knapp 200EUR ganze 3 Nächte lang eine ganze Villa, mit eigenem Pool und 3 Schlafzimmer für uns!

Bangkok per Fahrrad

Bevor nächste Woche Donnerstag meine Sachen in einen Container nach Deutschland gestapelt werden, bin ich nochmal für eine Woche nach Bangkok geflogen, um Mariel zu besuchen. Gestern stand eine sehr interessante Fahrradtour durch die Stadt auf dem Programm, wobei ich ziemlich überrascht war, wieviel grüne Flecken es auf der anderen Seite des Flusses gibt, durch die man stundenlang fahren kann. Auch ein Abstecher in eine der Slums Bangkoks und die dortige Grundschule war eine ganz neue Erfahrung. Heute waren wir bei einem Thailändischen-Kochkurs und ein paar zusätzliche Rezepten mit ins Gepäck nach Deutschland nehmen zu können.

Fahrkarten

Auf dem Rückflug von Singapore habe ich lange über die Deutsche Eigenart nachgedacht, Dinge oft zu kompliziert zu machen. Ein konkretes Beispiel, dass mich seit Jahren stört ist das Thema Fahrkartenautomaten. In Asien hat man selbst in Schwellenländern seit mindestens 10 Jahren schon sehr einfache und moderne Systeme U-Bahnfahrkarten zu lösen und damit berührungslos mit einer Plastik- oder Papierkarte durch eine Schranke Zugang zum Zug zu bekommen. Im ‘hochmodernen’ München beharrt man seit über 40 Jahren auf das Abstempeln eines vorher gekauften Papierstreifens. Während man zum Beispiel in Shanghai am Automaten per berührungsempfindlichem Bildschirm, auf der  hübschen Grafik des Streckennetzen einfach mit dem Finger sein Ziel anwählt, muss man sich in München erstmal durch mehrseitige Erklärungen des Tarifsystems quälen, welche natürlich ‘touristenfreundlich’ nur in Deutsch ausgehängt sind. Selbst Eingeborene haben da ihre Probleme, insbesondere weil auch gerne mal von Zeit zu Zeit das System modifiziert wird und es viele Tarifoptionen wie Streifenkarte, Tageskarte, Partnerkarte, Monatskarte … usw gibt, die einem die Auswahl der richtigen bzw günstigsten Karte nicht wirklich erleichtern. Ich selbst hatte letztens meine liebe Mühe herauszufinden, bei welchen Streifenabschnitt ich jetzt den erworbenen Papierstreifen umfalten und abstempeln muss, um die Berechtigung zu erlangen zum Flughafen zu fahren. Einmal für ein Ziel entschieden, lässt sich die Wahl durch die bereits erfolge Stempel-Entwertung nicht mehr korrigieren, während man z.B. in Singapore am Ausgang jederzeit nachzahlen kann. Auch kann ich mir in Singapore einfach eine Plastikkarte kaufen, diese mit einem beliebigen Geldbetrag aufladen, so dass bei jeder Fahrt nur der Wert abgebucht wird, für den ich tatsächlich gefahren bin. Damit muss ich mir überhaupt keine Gedanken mehr über irgendwelche Zonen und Tarife machen, bis die Karte leer ist. In München ist mir in dem Zusammenhang mal erklärt worden, dass die Umstellung auf ein neues System eine gewaltige Investition ist, u.a. weil man die Automaten anpassen müsse … komisch, dass die Fahrten in München aber trotzdem um das zigfache teuerer sind als in Asien.

Letzte Woche entdeckte ich dann hoch erfreut, dass die alten, mit vielen grossen Tasten bestückten Fahrkartenautomaten in München verschwunden waren! Erwartungsvoll näherte ich mich einem dieser nagelneuen, mit Touchscreen ausgestattet Nachfolger, um dann enttäuscht feststellen zu müssen, dass das System jetzt noch komplizierter geworden ist… Anstatt die Chance zu nutzen, grafisch den gewünschte Zielbahnhof auf einer schematischen Karte auszuwählen, muss man sich durch scheinbare endlose Reihe an Menüs hangeln, um dem Automaten die gleiche alte Papierkarte zu entlocken. Da, wo vorher ein einziger Tastendruck für den Erwerb einer Streifenkarte notwendig war, muss ich jetzt zigmal den Bildschirm berühren. Dass ich nicht der einzige Fahrgast bin, der damit ein Problem hat, konnte ich bei meiner Fahrt zum Flughafen sehen … vor den 4 neuen Automaten stand am Sonntag Vormittag eine Schlange von mindestens 30 Leuten und es dauerte 10 Minuten, bis ich die Fahrkarte hatte! Gut, dass ich früh genug am Bahnhof war und so meinen Zug nicht verpasst habe. Natürlich ist das ganze jetzt mehrsprachig, aber eben nicht selbsterklärend. Vielleicht bin ich schon zu lange aus Deutschland weg und habe mich an einfachere Systeme gewöhnt, aber ich bin in der Lage mir in China ohne Vorkenntnisse selbständig eine Fahrkarte für die U-Bahn zu kaufen, während fernöstliche Besucher in München meiner Ansicht nach ohne fremde Hilfe ihre Probleme haben werden…