Shanghai Expo

Menschenmassen – vor denen bin ich ja schon von vielen Seiten vorgewarnt worden ( eine halbe Mio pro Tag) und für mich stand auch sofort fest, dass ich mich nicht 4-5 Stunden vor einem Länder-Pavillon anstelle, um mich dann innerhalb von ein paar Minuten durchschleusen zu lassen. Für einen gemütlichen Spaziergang über das riesen Gelände der Expo lohnt sich der Besuch auf alle Fälle und während alle brav vor den Pavillons anstehen, sind die sehr interessanten Themenhallen, wie z.B. zur Urbanisierung und der Stadt der Zukunft kaum besucht. Auffallend ist, wie wenige westliche Gesichter man sieht. Chinesen können ja grundsätzlich eine viel grössere Leidensfähigkeit als andere Völker aufbringen, wenn es darum geht irgendwo bei 38C stundenlang in einer Warteschlange auszuharren, wobei es hier augenscheinlich auch nur um die Eintrittskarte und den Stempel geht, die man dann zuhause in der Provinz bei der neidischen Verwandtschaft herzeigen kann. Hatte zumindest den Eindruck, dass ich einer der wenigen war, der sich zumindest ansatzweise mit dem Inhalt und der Aussage der Ausstellungshallen beschäftigen wollte und dabei oft unsanft weitergeschoben wurde … na ja, China halt. Muss aber trotzdem sagen, dass ich insgesamt sehr beeindruckt war. Es ist auch erstaunlich was die Stadt aus der ursprünglich schmutzigen Industrie- und Hafengegend gemacht hat, an die ich mich noch gut erinnern kann. Shanghai hat sich wirklich rausgeputzt und zeigt sich der Welt stolz von seiner besten Seite, was man aber auch überall durch kräftige Preiserhöhungen merkt.

Guilin

In all den Jahren, welche ich in China gelebt habe, stand ein Reise nach Guilin immer auf meiner Wunschliste. Nun habe ich endlich die Gelegenheit wahrgenommen und diese traumhafte Landschaft besucht. Es ist ein wunderschönes Erlebnis am frühen Morgen auf einem Bambusfloss den Yulong Fluss runterzufahren. Glücklicherweise ist wegen des warmen Wetters gerade Nebensaison und so hielten sich die Touristenmassen dieser Chinesischen Hauptattraktion in Grenzen.

Jinzhou


Jinzhou (Click zum Vergrößern)

Viele Touristen und Geschäftsleute denken immer noch, sie kennen China, wenn sie einmal in Shanghai oder Beijing gewesen sind. Dass diese modernen Städte keinesfalls repräsentativ sind für den Entwicklungsstand des Reichs der Mitte, habe ich ja schon früher auf meinen Visitchina Seiten ausführlich beschrieben. Nun hatte ich selbst wieder mal die Gelegenheit, das wahre China zu sehen, als ich einen Tag in Jinzhou verbrachte. Die Stadt liegt ca 450km nördlich von Beijing und schon bei der Ankunft am Flughafen hat mich die Szene amüsiert und in ein andere Epoche zurückversetzt, als wir über ein hübsche Treppe das Flugzeug verlassen durften. Der umgebaute blaue Transporter könnte noch heute in jedem 60iger Jahre Film als authentische Requisite eine tragende Rolle haben, wenn Staatsmänner winkend das Flugzeug verlassen.

Shanghai ohne Schuhe

Bin gestern Nachmittag in Shanghai gelandet und freue mich wiedermal in der Stadt zu sein. Die Reise hat sich kurzfristig ergeben, weil ich einen Auftrag für eine Woche Beratungsdienstleitung bekommen habe und so eine Chance, den Geldbeutel nach den vielen Ausgaben für den Umzug wieder zu füllen, lehne ich natürlich nicht ab. Dafür hatte ich nach Ankunft erstmal einen ziemlich Adrenalinstoss bekommen, als ich feststellen musste, dass meine relativ neuen Business-Schuhe beschlossen hatten, die Sohle zu verlieren !!! Wiedermal das bekannte Singapore Problem, dass die Hitze und die Luftfeuchtigkeit den Gummi und den Klebstoff in Kürze auflösen, aber doch bitte nicht kurz vor Mitternacht, wenn ich am nächsten Morgen um 10 Uhr in Anzug und Krawatte  in der Firma stehen muss !! Bin dann früh morgens gleich zum Carefour gefahren und dort wie erwartet erstmal bei den Verkäuferinnen wegen meiner Schuhgröße für Erheiterung gesorgt. Nach vielen “meiyo”s haben wir dann doch ein designmässig einigermassen akzeptables Exemplar, natürlich in einer Nummer zu klein gefunden. Na ja, und so bin ich noch rechtzeitig, wenn auch mit drückenden Zehen mit angemessenem Schuhwerk ins Meeting gekommen.

Niederschlagsmenge

Was in Singapore immer wieder fasziniert und gleichzeitig beunruhigt, sind die starken Regenfälle. Gestern morgen sind innerhalb von 2 Stunden fast 180mm gefallen. Das sind 1/4 der mittleren jährlichen Niederschlagsmenge in Deutschland, welche  700 Millimeter ist! Singapore hat das durch entspreche Massnahmen normalerweise gut im Griff, aber in letzter Zeit gab es einige Überschwemmungen im Stadtzentrum … wobei niemand direkt zu Schaden gekommen ist, ausser dass ein paar Ferraries und Austin Martins mit Schlamm vollgelaufen sind.

Perspektivenwechsel

Im Gegensatz zu Shanghai war ich in Singapore von Anfang an darüber enttäuscht, dass ich durch meinen zeitintensiven Job wenig Zeit finden konnte das wirkliche Leben der Stadt zu erkunden. Nachdem ich mir jetzt bewusst die Freiheit nehme, ergeben sich ganz neue Perspektiven des täglichen Lebens. Da sind zum einen neue Viertel und Nachbarschaften zu erkunden, aber hauptsächlich geht es darum aus dem geregelten Expat-Umfeld etwas auszubrechen und den lokalen Alltag der Einheimischen zu erkunden. In dem Zusammenhang hatte ich gestern eine wirklich überraschende Entdeckung gemacht: da ich 4 Jahre lang im exklusiven Fitnessclub eines Hotels Nähe Orchard Road Mitglied war, habe ich viele Stunden damit verbracht, schwitzend vom Laufband oder einem der Geräte aus durch die großen Fenster auf den kleinen Garten mit der gepflegten Hecke zu schauen. Gestern habe ich dann realisiert, dann meine neue Unterkunft wirklich genau hinter dieser Hecke liegt und eines der Fenster des alten Wohnblocks, welche ich hinter dem Zaun all die Jahre gesehen habe jetzt meines ist! So ändert sich nun meine Perspektive auf eine Weise, die schon inszeniert erscheint und ich wechsle somit physisch auf die andere Seite der Mauer. ( Natürlich war mir klar, dass meine neue Wohnung in unmittelbarer Nähe des Hotels ist, aber welch ein grandioser  Zufall, dass durch die verwinkelte Bauweise des Hotels genau der Anbau des Fitnessclub bis an meinen Wohnblock heranreicht.) So habe ich das Condominium mit dem Pool gegen eine Art Studentenzimmer getauscht und genieße jetzt auch, mein Frühstück gemütlich zusammen mit den Einheimischen an einem schmucklosen Restaurant in einem alten Chinesischen Shophouse einzunehmen, anstatt morgens hektisch mit Aktentasche in den nächsten Starbucks zu springen …

Blick aus dem Fenster


Blick aus meinem Fenster (Click zum Vergrößern)

Ein wehmütiger Blick aus dem Fenster der Wohnung, in der ich die letzten 4 Jahre gelebt habe. Ich werde die Sicht auf die Skyline Singapores vermissen. Denn Sonnenaufgang über Changi, die Regenfront, welche sich von Indonesien über die Hochhäuser des Central Business District auf mich zubewegt und Abkühlung an einem schwülen Abend bringt. Am Dienstag ist es soweit: Die Umzugsfirma kommt und ich werde einen Teil meiner Sachen einlagern lassen und den Rest in die kleine Wohnung quetschen, welche ich in der Zwischenzeit gleich hinter dem Hyatt Hotel an der Orchard Road gefunden habe. Die letzten Tage habe ich mit Sortieren und Packen von Kartons verbracht. Ist faszinierend und erschreckend zugleich, was man so im Laufe der Jahre ansammelt! Kann mich noch gut erinnern, wie ich vor 8 1/2 Jahren mit einem Koffer und mit vielleicht 10 Kartons nach Shanghai kam und jetzt sind es mehr als zehn mal so viele Kisten! Deshalb habe ich beschlossen einen Teil nach Deutschland zurückzusenden. So eine General-Inventur hat wirklich was reinigendes ( nicht nur materiell !) und kann ich jedem nur empfehlen. Würde mir nur wünschen , dass ich doch noch etwas konsequenter im Wegwerfen wäre … was man in 8 Jahren nicht gebraucht hat … braucht man vielleicht in Zukunft mal :-)

Ausrüstung Borneo

Vor jeder größeren Reise steht man wieder vor der Frage: Was nehme ich mit? Es gibt hier die Minimallisten, die es schaffen nur das Aller-nötigste mitzunehmen . Gleich vorweg – zu diesen gehöre ich nicht! Das liegt zum einen daran, dass ich meist eine sehr umfangreiche Fotoausrüstung mitschleppe, und zum anderen hat das mit der Erfahrung zu tun, dass auch mal etwas kaputt gehen kann und man den lokalen Produkten nicht immer das notwendige Vertrauen entgegen bringt (speziell bei Medizin) . Klar, wenn ich übers Wochenende nach Hongkong fliege habe ich gerade mal einen kleinen Rucksack als Handgepäck dabei, denn alles andere kann man im Notfall vor Ort kaufen. Bei einer Reise, wie die nach Borneo hingegen sollte man gut planen, denn die Einkaufsmöglichkeiten und speziell medizinische Versorgung sind im Regenwald sehr begrenzt…

Deshalb nachfolgend eine kleine Übersicht über die wichtigsten Dinge, welche auf der Borneo-Reise im Gepäck waren:

Fotoausrüstung:

  • Fototasche Lowepro Pro Trekker 400 AW
  • Nikon D200 (3 Akkus plus Ladegerät)
  • Nikon 10.5/2.8
  • Nikon 12-24/4
  • Nikon 24-70/2.8
  • Nikon 70-200/2.8 VRII
  • Nikon Blitz SB-600
  • Polfilter, Graufilter ND3.0 1000x, Grauverlaufsfilter
  • Stativ Carbon Monfrotto 732CY mit Kugelkopf Joby
  • Canon Ixus 870IS mit 2 Akkus
  • 10x8GB Flash Cards

Sonstige Ausruestung:

  • Wasserdichte Reisetasche mit Schloss
  • Mückenspray
  • Taschenlampe und Stirnlampe
  • Sonnenschutz
  • Kappe oder Hut
  • Regenponcho
  • Kleiner Regenschirm (Regenjacke nicht sonderlich hilfreich, weil zu warm und das Regenwasser läuft zwischen Rücken und Rucksack)
  • Leichte Wanderschuhe (Goretex, am besten mit rausnehmbaren Sohlen)
  • Badelatschen oder besser noch Crocs
  • Desinfizierendes Waschmittel (Detol)
  • Blutegel-Gamaschen
  • Handtuch groß
  • Kleines Handtuch oder Schweißtuch
  • Notfallapotheke(Breitbandantibiotikum, Malariamittel, Imodium, Vitamin-/Mineraltabletten, Hautpilzmittel, Wasserdesinfektion, Pflaster, Desinfektionsspray…)
  • Sonnenbrille, Ersatzbrille
  • Handy incl Ladegerät
  • Netzadapter
  • Taschenmesser
  • Kurze Hosen, wobei im Regenwald kritisch nicht nur wegen Blutegel
  • Zwei lange, leichte Trekkinghose, am Besten unten mit Gummizug damit die Tierchen nicht das Hosenbein hochkrabbeln
  • Ausreichend Tshirts, Socken und Unterwäsche (schnell trocknend!)
  • Moskitonetz und leichter Schlafsack (Mulu Camp5!)
  • Bürste zum Reinigen der Schuhe

Nervenkitzel

Muss nächsten Montag aus meiner bisherigen Wohnung in Singapore raus und habe noch keine neue Unterkunft … da kommen schon Anzeichen von Panik auf, aber anderseits haben mich 8 Jahre Asien so ‘abgehärtet’, dass ich zuversichtlich bin das Problem rechzeitig zu lösen. Zumindest ist das Sortieren und Packen meiner 25m3 Hausstandes inzwischen schon gut vorangeschritten.