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Dec 302004
 

Wir sind soeben gut ins mittlerweile verschneite (!!!) Shanghai zurückgekehrt. Trotz bis zu -20Grad auf der großen Mauer hatten wir in Beijing und Xian wirklich traumhaftes Wetter mit 4 Tagen blauem Himmel und Sonnenschein. Die entsprechende Kleidung und gute Planung vorausgesetzt ist es wirklich ein guter Tipp im Winter Sehenswürdigkeiten wie die Tonkrieger und die verbotene Stadt zu besuchen, weil sich der Besucherandrang sehr in Grenzen hält. Wie zu erwarten sind dabei natürlich ziemlich viele (analoge) Fotos entstanden die ich Euch bald zeigen werde (->Xi’an) . Beim Rückflug von Xian haben die Chinesen dann alles getan um meiner Mutter auch mal die nicht so perfekte, chaotische Seite von China zu zeigen. Verspäteter Abflug, Airport Hangzhou wegen schlechtem Wetter geschlossen, Umleitung nach Pudong, 45 Minuten warten im Flugzeug nach Landung, weil zuerst kein Parkplatz und dann kein Bus aufzutreiben war und zum Abschluss noch ein Kamikaze-Taxifahrer, der unbeirrt von den vielen Unfällen um uns herum mit ü

Dec 282004
 

Tsunami … die Bilder im Fernsehen aus Thailand und Srilanka sind erschütternd. War ja vor einem Monat in Indonesien und genau vor einem Jahr auf Puket … als mir heute ein Bekannter den Link von unsere zerstörten Tauchstation geschickt hat wurde mir erst bewusst wie schnell man selbst Teil einer solchen Katastrophe sein kann. Anderseits stresst mir unangenehm auf, dass sich die Presse zu stark auf die Schicksale der wenigen Touristen und weniger auf die Bewohner stürzt. Die Urlauber fliegen wieder nachhause, aber der Bevölkerung muss jetzt schnellstmöglich gegen aufkeimende Seuchen geholfen werden !

Dec 252004
 

Frohe Weihnachten ! Meine Mutter ist gerade für ein paar Tage zu Besuch in Shanghai und deshalb bin ich natürlich nach der Arbeit als Reiseführer tätig. Am Mittwoch Abend waren wir in der Acrobatikshow im Shanghai-Center – das ist eine abgespeckte Version der Vorführung, welche ich vor einem Jahr im Shanghai-Circus gesehen habe. Auch nicht schlechte, aber aufgrund der beengten Platzverhältnisse mit mehr Zauberkunststücken und weniger richtige Akrobatik. Ab Montag werden wir ein paar Tage in Beijing und Xian (Tonkrieger) unterwegs sein. Soll dort mit -10 Grad gerade ziemlich kalt sein, aber damit besteht die Chance dass ich hier endlich mal Schnee in China zu sehen bekomme! In der Zeitung stand heute die Überschrift ‘The spirit of Christmas floots the City ‘ … naja, das was wir gestern Abend so um 23Uhr durch die Strassen ziehen sahen waren zehntausende Chinesen, die nach der lautstarken Weihnachtsfeier in einem der Restaurants oder Karaokeschuppen noch schnell ein bisschen Mitternachtsshopping in der Nanji

Dec 162004
 

Laptop… es ist mir schon vor Längerem aufgefallen, wie viele Menschen in Shanghai mit Laptoptaschen durch die Strassen laufen … moderne Stadt möchte man meinen. Inzwischen bin aber dahinter gekommen, dass es einfach nur schick ist so ein Tasche zu tragen …die Teekanne ersetzt darin oft den Computer und die Polsterung hält das Getränk lange schön warm. Auch möchte ich den meisten echten Laptopbesitzern dieser Stadt unterstellen, diesen nur zum Betrachten von DVDs und Fotos zu benutzen, wie z.B. ein Blick auf die mega-wichtig vor sich im Teehaus platzierten Geräte schnell offenbart. Auch stelle ich immer wieder fest, wie Geschäftspartner bei Sitzungen alle sofort den Laptop anschalten … den ganzen Tag die Tastatur nicht berühren (‘a nice Screensaver you have…’), bei Terminabsprachen doch den alten Papierkalender rausziehen und beim Austausch von Daten-CDs dann verzweifelt das CD-Fach an Ihrem Rechner suchen…

Dec 122004
 

Luftverschmutzung … ergänzend zu dem hübschen Bild vom Oktober über die weltweite Luftverschmutzung habe ich gestern im Internet eine schöne Satelitenaufnahme der braunen Smogwolke über China gefunden. Das Reich der Mitte ist mittlerweile nach den USA der zweitgrößte Luftverschmutzer. Zwischen 1990 und 2002 ist der CO2-Ausstoß nach offiziellen Angaben in China von 2.3 Milliarden um 44,5 Prozent auf 3.3 Milliarden Tonnen angewachsen. Die direkten Auswirkungen können wir hier in Shanghai leider täglich spüren und hierfür benötige ich keine Messwerte sondern muss nur aus dem Fenster sehen. Da kommen mir die vielen Bemühungen der Deutschen zum Thema Umweltschutz global gesehen wie ein Tropfen auf den heißen Stein vor.

Dec 112004
 

Gastarbeiter … ist mir doch heute das erste Mal aufgefallen, dass ich Gastarbeiter in China bin. Also ich meine das klingt doch ganz anders als Expat . Wenn deutsche Ausdrücke irgendeinen negative Beigeschmack haben bedient man sich ja gerne dem Englischen Begriff – in China gilt es übrigens inzwischen auch als schick etwas English einzustreuen, wobei das oft sehr belustigend für mich ist, weil die Wörter dann sehr Chinesisch ausgesprochen werden (sollte wirklich mal ein paar Beispiele aufnehmen und hier ins Netz stellen). Es gibt natürlich noch einen anderen Grund für die vielen Englischen Ausdruck die hier Einzug halten: Soweit ich das als Nicht-Sinologe beurteilen kann tut sich das Chinesische sehr schwer neue, moderne Ausdrücke zu kreieren. Es funktioniert nur mit Umschreibungen, die aber manchmal nicht eindeutig sind. Damit mache ich täglich leidvolle Erfahrung weil besonders für technische Ausdrücke das Ergebnis stark vom Geschick und Wissen des Übersetzers abhängt.

Dec 092004
 

Etwa vor 3 Jahren habe ich begonnen diese Internetseiten zu befüllen. Wollte eigentlich nur dass mich meine Freunde in Deutschland damit nicht vergessen, während ich mal kurz ein bisschen in China arbeite… Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich irgendwann mal oben auf dieser Tagebuchseite 2005 in die Übersicht einfüge, hätte ich Ihn ausgelacht… hm, seit heute gibt’s die Zeile für mein viertes Jahr in China :-)Muss leider zugeben, dass ich mich inzwischen immer öfters selbst ertappe Chinesische Besonderheiten nicht mehr bewusst wahrzunehmen und ich am Anfang wenig Probleme hatte diese Seiten mit kuriosen Erlebnissen zu füllen (z.B. China ist anders)Wie z.B. neulich den Klettermeister auf den Telefonleitungen, den ich zwar gesehen habe aber erst durch eine erstaunte Touristengruppe auf die Idee gekommen bin, diesen zu fotografieren … bedenklich … sollte mich mal wieder bzgl ‘Man lebt zu lange in China wenn…’ prüfen lassen…

Dec 062004
 

Liest derzeit überhaupt noch jemand in Deutschland mein Tagebuch oder seit Ihr schon in den Weihnachts-Einkaufsstress verfallen, dem ich ja hier Gott sei Dank entgehe ? Anderseits: Schenkt man den deutschen Zeitungsberichten glauben sind die Münchner Kaufhäuser leer, weil keiner mehr Geld ausgeben will … aber für die Zeitungen und Magazine mit den vielen bunten Berichten über das boomende China reicht’s gerade noch … wobei die genau die schlechte Stimmung noch verstärken. Ihr wisst ja wie ich diese oft schlechtrecherchieren Artikel mit den trendigen Fotos schätze, die bewundernd nach Fernost blicken… oder so erschreckt wie der Affe den ich in Bali fotografiert habe … lasst Euch da nichts einreden ! Hier in Shanghai ist sicher nicht das Paradies, doch was man wirklich von den Chinesen lernen kann ist, dass man nie den Kopf so hängenlassen sollte wie diese Peking-Enten … vielleicht ist diese über Jahre verfeinerte Kunst der Improvisation, auch in schlechten Zeiten das Beste aus dem Vorhanden machen zu

Dec 042004
 

Habe mich ja schon öfters gewundert, dass in Shanghai kaum Hunde auf den Strassen zu sehen sind ( nein, ich spiele jetzt nicht auf ‘sind im Topf gelandet ‘ an… ) und anderseits rege ich mich immer darüber auf dass Chinesen Ihren Haustieren keinen Auslauf gewähren, sondern in Ihre Wohnung einsperren. Ausnahme sind kurioserweise die Vögel, welche am Wochenende in ihren Käfigen in die Parks getragen werden, damit sie sich mit den Anderen ‘unterhalten’ können. Habe heute eine die Ursache für den Hundemangel gelesen: Geltendes Gesetz in Shanghai ist, dass die Hundesteuer pro Jahr 200Euro beträgt ( entspricht z.B. 2 Monatslöhnen einer Kaufhausverkäuferin) und dass Hunde offiziell nicht in der Öffentlichkeit erlaubt sind, außer sie sind auf dem Weg zum Tierarzt. Realistischer ist wahrscheinlich aber die Erklärung, dass die Menschen in Shanghai sowieso schon auf sehr engen Raum zusammenleben – da muss man nicht noch einen zusätzlichen Gast in die kleine Wohnung aufnehmen.